Streetfishing in Amsterdam

Mittlerweile ist der Sommer im vollen Gange. Täglich um die 30 Grad, viel Sonne und wenig Regen machen die Bedingungen nicht  besser. Aber der Vorteil ist, das Wetter bleibt weitestgehend konstant. Es ist Donnerstag Abend. Ich packe meinen Koffer und nehme mit…. Ja gute Frage, was nehme ich eigentlich mit? Mein Auto ist in der Regel immer bis unters Dach (im wahrsten Sinne des Wortes) vollgepackt. Spinnruten, L, ML und MH,  Fliegenrute, Wathose, Watstiefel, Gummistiefel, Kescher, Versus Box, Rucksack, und und und. Einen Großteil hiervon benötige ich nur alle paar Wochen mal. Warum es aber im Auto liegt und nicht im Keller, weiß ich allerdings auch nicht. Ich denke aber, es liegt an meiner Bequemlichkeit und an dem Gefühl, nicht alles parat zu haben. Kennen bestimmt die meisten von euch: 200 Gummis dabei, aber am Ende nur 3 – 5 Stk. fischen…

Ich bin quasi immer voll, also mein Auto… Das will ich jedoch in nächster Zeit wieder ändern. Warum nicht heute den Anfang machen? Gesagt – getan – erstmal alles raus und nur das, was ich in Amsterdam benötige, bleibt drin! Wathose und Watstiefel bleiben trotzdem drin, man weiß ja nie 😉

Peter und Ich werden wohl hauptsächlich Dropshot fischen, mit 1,5 – 4 Inch Softbaits. Mit Sicherheit wird auch mal gejiggt. Kickback- und Carolina-Rig wird ebenfalls eine Alternative sein und ein paar Crankbaits müssen auch ins Gepäck. Das sollte reichen. Es kann also losgehen. Zielfisch ist Barsch und Abends werden wir auch mal auf Zander fischen.

Die erste Etappe mit einer 250 km Route startete Freitag Abend. Und so ging es nach Wegberg zu Peter aka Sneaky Pete. Hier bereiteten wir uns auf die kommenden Tage in Amsterdam vor. Dort hieß es erstmal Rigs binden. Ich werde diesmal ausgiebig das Spinshot Rig von VMC testen. Der Vorteil des VMC Spinshot Haken ist, dass er sich frei um die eigen Achse bewegt, um somit dem Köder bedeutend mehr Spiel zu verleihen.

Nachdem alle Rigs gebunden, alle Bleie verstaut und alle Gummis Sortiert waren, ging es ab in die Kiste, denn es war schon knapp 3 Uhr. Ja ja, wenn man einmal anfängt seine Box, Rucksack oder Tasche neu zu sortieren, verliert man sich gerne und die Zeit geht um wie im Flug…

Am nächsten Morgen, naja ehrlich gesagt war es schon mittag,  waren wir beide nicht die fittesten. Wir machten alles ready und starteten mit der 2. Etappe nach Amsterdam. Nach knappen zwei Stunden Fahrt kamen wir im Hotel an. Check in, frisch machen und go! Es ging also direkt ans Wasser. Wir starten Ausserhalb und wollten uns Richtung Central vorarbeiten. Es war bereits knapp 17:00 Uhr, die ersten 30 min. verliefen ruhig, ohne Kontakte. Dann wechselten wir auf Dropshot, wir bekamen direkt erste Bisse. Wir konnten beinahe zeitgleich einen ersten Barsch landen. Kurz darauf hatte Peter einen schönen Zander am Band. „Das fängt ja gut an!“

Wir wechselten die Spots relativ schnell. Nach 3 – 5 Würfen ohne Kontakt ging es sofort weiter. Gegen 18:30 Uhr machten wir ausnahmsweise auch mal paar Würfe in der Mitte eines Kanal. Sonst steuerten wir eigentlich nur Brücken, Ecken. Spitzen und sonstige Strukturen an. Mit dem ersten Wurf hatte ich direkt beim Abtauchen schon Attacken. Ich kurbelte 1 – 2 mal an und BABämm, Fish on! Dies war der Anfang einer nicht endenden Beissphase… Von nun an hatten wir an diesem Spot mit jedem Wurf einen Barsch und zwar jeder von uns. Wurf für Wurf. Der Köder wurde des öfteren schon beim ersten Absinken attackiert und noch vor dem Grund weggenascht! Wenn das mal nicht der Fall war und man ein paar mal ankurbelte oder anjiggte, kam es einem so vor, als würden hunderte Barsche den Bait attackieren. Der reinste Wahnsinn!. Natürliche Farben funktionierten alle, grelle bzw. Signalfarben hingegen wiederum nicht so gut. Auf diese bekamen wir keinen einzigen Biss, obwohl das Wasser schon sehr trüb war. No-Action, Low-Action oder Heavy-Action funktionierten alle. Jedoch stellten sich „No-Action“ Shads als besonders fängig heraus. Wir wollten es nun ganz genau wissen und wechselten auch die Montagen. Kickback-Rig, Carolina-Rig, Texas-Rig und mit Jig. Wir machten je 10 Würfe mit natürlichen Action und No-Action Shads. Doch auf diese Methoden gab es einfach keinen Biss, keinen einzigen! Wer hätte das gedacht…?  Also wieder auf Dropshot gewechselt und BABämmm!

Die Barsche knallten einfach wie gestört auf die Gummis am Spinshot-Rig! Das ist wirklich schwer in Worte zu fassen, wie heftig die Bisse kamen. Die Barsche waren im Schnitt zwischen 20 und 30 cm lang. Aber die Bisse kamen extrem aggressiv, die knallten sich den Gummi voll rein. Es war aber nicht nur ein heftiges Einsteigen. Sie haben sich auch für die Größe echt gut verkauft.

 Peter mit dem Megabass Hazedong 3,5 Inch am VMC Spinshot Haken

Ich fischte meine Megabass Hyuga ML Finesse Rute 1-14 Gr. Wurfgewicht, mit einer 3000er Shimano Stradic CI4+ und es machte einfach mega Spass an diesem leichten Gerät. Ich will jetzt keine Stückzahlen nennen, da sich das echt unglaubwürdig anhört… Selbst bei meinen Kumpels musste ich Überzeugungsarbeit leisten. Denn diese Masse an Barschen ist einfach alles andere als normal. Nach ca. 1,5 Stunden wechselten wir den Spot. Aber nicht weil die Barsche nicht mehr bissen. Vielmehr wollten wir weiter ziehen, um andere Barsche zu finden und um herauszufinden, ob es noch weiter Hotspots wie diesen gab. Nebenbei bemerkt läuft man in Amsterdam von einem vermeintlichen Hotspot zum nächsten nicht weit. Jedoch macht man über den Tag gesehen schon ordentlich Strecke. 10 – 15 km sind hier ganz normal. Am nächsten Spot angekommen, tat sich erstmal nichts. Also ging es zügig weiter. Am darauffolgenden gab es schon beim ersten Wurf wieder einen Barsch – und was soll ich sagen?  Es ging genauso weiter… Barsch auf Barsch auf Barsch auf Barsch. Wir fischten noch einige Zeit an diversen Stellen weiter und die Barsche wollten einfach nicht aufhören zu beißen. Gegen 22:00 Uhr nahmen wir dann unsere Fähre Richtung Auto. Auf der anderen Seite angekommen trafen wir noch Thorsten Rühl und Fabian Gräfe. Die beiden kamen ebenfalls vom Fischen und waren nun auf dem Weg zum Streetfishing Meeting, welches ebenfalls an diesem Tag in Amsterdam stattfand. Wir hatten es eigentlich fest eingeplant, waren am Ende aber doch zu müde und so ging es dann ins Hotel.

Der erfolgreichste Köder des Tages war ganz klar der Megabass Hazedong in 3,5 Inch in der Farbe Aurora Shad. Es ist ein „No-Action“ Softbait mit Pintail, den ich wirklich lieben gelernt habe.  Von wegen „No-Action“ das Teil macht mehr Action als so mancher Hi-Action Gummi. Am Spinshot Rig kommt er richtig zur Geltung und bewegt sich heftig hin und her.

Direkt gefolgt von Keitech Shad Impact Pro in Blue/Red Pearl in 4 Inch. Ebenfalls ein „No-Action“ Köder, der die Bezeichnung „No-Action“ eigentlich nicht verdient hat. Falls ihr bisher nicht mit „No-Action“ Ködern gefischt habt, solltet ihr euch das auf jeden Fall mal anschauen. Weiter unten habe ich euch ein paar Amazon links hierzu zusammengestellt.

Am nächsten Tag ging es wieder relativ spät Richtung Amsterdam Central. Wir kamen gegen 16:00 Uhr an der Central Station an und arbeiteten uns an den Kanälen entlang. Wir liefen und fischten viel, doch ans Band wollte erstmal keiner. Es ist aber auch einfach eine Bullenhitze! Wir legten eine längere Pause beim Spanier um die Ecke ein, denn wir hatten nur ein spärliches Frühstück und mittlerweile war es auch schon knapp 18:00 Uhr. Mit gefülltem Magen ging es gegen 19:00 Uhr wieder ans Wasser. Erster Spot, erster Wurf, erster Barsch… Wir hatten jetzt wieder bedeutend mehr Attacken. Wir konnten auch ein paar wenige Barsche landen. Allerdings beschlossen wir nun nochmal die Spots vom Vortag aufzusuchen. Wir wollten wissen ob die Barsche heute allgemein weniger aktiv sind oder ob es mit den jeweiligen Grachten zu tun hat. Wir kamen an den hoch frequentierten Spots des Vortages an und fischten los. Bereits nach den ersten paar Würfen hatten wir sie wieder gefunden. Allerdings bissen die Barsche an diesem Tag bei weitem nicht so aggressiv wie noch am Tag zuvor. Wir konnten vereinzelt welche herauspicken. Doch es erforderte eine Menge mehr an Feingefühl.

Die Barsche waren da, doch das Verhalten war komplett anders. Die Bisse kamen sehr spitz. Peter und ich hatten bedeutend mehr Fehlbisse als am Vortag. Wir versuchten es auch wieder mit anderen Methoden. Doch auch damit blieben die Bisse aus. Letztlich brachte nur das Spinshot-Rig den Erfolg. Die Zeit verging und es wurde langsam dunkel. Wir machten uns also wieder auf Richtung Fähre.

Da es immer dunkler wurde montierte ich nun nochmal einen etwas größeren Softbait, um evtl. noch ein Zander überlisten zu können. Wir machten auf dem Weg zur Fähre noch ein paar Würfe, es tat sich jedoch erstmal nichts. An der letzten Brücke vor der Fähre kam dann schließlich doch noch die Wende. Ich konnte doch noch einen Zander überlisten und dieser konnte sich für Amsterdam wirklich sehen lassen. Was für ein geiler Abschluss!? Abschließend kann ich nur sagen, dass die beiden Tage in Amsterdam verdammt gut gelaufen sind. Wir haben viele Fische gesehen und konnten einiges testen.

Das Spinshot-Rig in Verbindung mit „No-Action“ Softbaits werde ich von nun an auch mal öfter an meinem Heimatgewässer einsetzen. Mal sehen wie es sich dort so schlägt!?

Danke fürs lesen, ich wünsch euch was,

Petri und gut Fisch!

Andi

Da ist er, der krönende Abschluss 😉

Verwandte Beiträge

Hinterlasse einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein , um einen Kommentar schreiben zu können.